Thesen aus der russischen Provinz

#9

1. Neujahr ist am 31. Dezember. Aber niemand wartet gern, und warum nur einen Tag feiern, wenn man auch schon in der Woche vorher damit anfangen kann. Und für eine tolle Show ist immer der richtige Zeitpunkt. Deswegen wird schon am 26. Dezember aus allen Rohren gefeuert und der Nachthimmel in bunte Farben getaucht. Dazu wird getanzt, gesungen, Feuer gespuckt und Schlitten gefahren. Und natürlich darf ein lautes „Urrrrra“ aufs neue Jahr und die kommenden olympischen Spiele nicht fehlen.

2. Wer die Indizien seines eigenen Verbrechens nicht zeitig beseitigt wird erwischt. Und die Dame von der Hausverwaltung weiß genau, dass sich das frühmorgendliche Eintreiben der Miete auch gut mit einer kleinen Razzia verbinden lässt. Und natürlich entgeht ihr weder die leere Bierflasche neben dem Bett, noch die leere Wodkaflasche auf dem Tisch gegenüber. Doch das neue Amnestiegesetz scheint auch dich zu begünstigen und so kommst du trotz wiederholtem Vergehen nocheinmal davon.

1 Kommentar 27.12.13 13:30, kommentieren

#8

Auch nach Wochen hält das eigene Zimmer noch Überraschungen bereit (oder: The room giveth and the room taketh away). So beginnst du nach stundenlanger Suche nach einem verschwundenen Teelöffel sogar Schubladen und Schränke zu öffnen, die bis dahin von dir komplett unberührt waren und daher eine verhältnismäßig kleine Wahrscheinlichkeit haben, zur Aufklärung des Mysteriums beizutragen.

Stattdessen kommt allerdings eine ganze kleine Armee von Utensilien zum Vorschein, die wohl der geheimnisvolle Baptisten-Vorgänger hinterlassen haben muss und die von Wegwerfplastikbechern über Grillanzünder bis zu Bienenwachskerzen mit Kaffeearoma so ziemlich alles beinhaltet, was man nicht braucht, um durch den russischen Winter zu kommen.

1 Kommentar 22.12.13 08:38, kommentieren